Ausstellung "Minsk– Fahrt ohne Wiederkehr"
Fahrt ohne Wiederkehr
Wer im November die Liebfrauenkirche betritt, findet sich in einem großen Stelenfeld wieder: 560 Stelen erinnern an die im 2. Weltkrieg in Minsk ermordeten 560 jüdischen Männer, Frauen und Kinder aus Bremen und dem Bezirk Stade.
Anders als bei bisherigen Gedenk-Ausstellungen möchte das Künstlerpaar Dagmar Calais und Chris Steinbrecher nicht in erster Linie informieren, sondern durch echte Begegnung berühren: jede Stele steht mit Namen und Geburts- und Todesdatum für einen Menschen mit seiner einzigartigen und unverwechselbaren Identität.
Eine große Lokomotive und ein Tätertisch mit Liste der Namen lassen uns unmittelbar in das grausame Geschehen eintauchen. Im geplanten Begleitprogramm wird Peter Christoffersen aus seinem Essay „Es war ein einziges Grauen“ lesen, Elfriede Brumsack aus ihrem Buch „Der Unbeugsame“ über ihren Schwiegervater Julius Brumsack berichten und Johannes Schnepel-Boomgaarden einen Vortrag über das Schicksal der Familie Abraham halten. Johannes Grundhoff findet mit seinem Akkordeon Töne des Entsetzens und der Mahnung, dass solches Grauen nie wieder geschehen darf. Zugleich klingen in seiner Musik das Sehnen und die Hoffnung, dass die ermordeten Menschen niemals vergessen sind und zu uns gehören.
Die Ausstellung „Minsk – Fahrt ohne Wiederkehr. Deportation jüdischer Männer, Frauen und Kinder nach Minsk und ihre Ermordung“ wird am Sonntag, 2. November um 12 Uhr mit einer Vernissage eröffnet und bis zum 21. November in der Kirche gezeigt. Für Gruppen und Schulklassen werden auf Anfrage Führungen durch das Künstlerpaar angeboten. Die Gemeinde feiert in dieser Zeit ihre Gottesdienste im Chorraum.
Evangelische Gemeinde Unser Lieben Frauen E-Mail: unser-lieben-frauen@kirche-bremen.de Telefon: 0421 34669956