"Das Verschwinden des Holocaust" Zum Wandel der Erinnerung
Buchvorstellung mit dem Autor Prof. Jan Gerber, Leipzig.
Warum wurde der Holocaust erst vergleichsweise spät, seit den 70er Jahren, als Kernereignis des Nationalsozialismus begriffen? Warum schwindet das Wissen seit einigen Jahren wieder? Was sind die Bedingungen für Erkenntnis über den Holocaust? Diese Fragen umkreist Prof. Jan Gerber in seinem historischen Essay. Eine seiner folgenreichen Diagnosen: Begriffe werden unscharf, das Vermögen lässt nach, zwischen Antisemitimus und Rassimsmus, zwischen Nazismus und Kolonialismus, zwischen Holocaust und anderen Verbrechen zu unterscheiden. Mit der Globalisierung des Gedenkens droht das spezifisch Jüdische zu verschwinden.
Jan Gerber ist Honorarprofessor für Neuere und Neueste Geschichte mit dem Schwerpunkt Moderne jüdische Geschichte an der Universität Leipzig und Leiter des Forschungsressorts "Politik" am Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow.
Deutsch-Israelische Gesellschaft Bremen/Unterweser e.V. E-Mail: hermann.kuhn@brainlift.de