Film

Der Kuaför aus der Keupstraße

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Online-Veranstaltung, Symbolbild © Sam McGhee, unsplash
15.11.2021
20:00 Uhr
Veranstaltungsort: City 46
Birkenstraße 1
28195 Bremen

Extrem rechte Gewalt und rechter Terror in Deutschland haben bis heute Kontinuität und werden in Politik und der Mehrheitsgesellschaft verharmlost. Struktureller Rassismus und staatliche Verstrickungen werden verleugnet, Aufklärung wird teilweise aktiv blockiert. Wir denken dabei nicht nur an den NSU Komplex (Nationalsozialistischen Untergrund), der einen der verheerendsten rechten Mord- und Anschlagsserien in Deutschland seit dem zweiten Weltkrieg darstellt, sondern auch an Walter Lübke, Halle, Hanau, Neukölln, Syke und Bremen…

Die Namen der Täter*innen sind dabei oft Teil des kollektiven Gedächtnisses - nicht aber die Namen, Gesichter, Perspektiven und Geschichten der Opfer und ihrer Angehörigen. Um ihr Andenken zu würdigen und ihre Perspektiven in die Öffentlichkeit zu tragen veranstaltet das Bündnis Kein Schlussstrich von Januar bis März 2021 eine dreiteilige Filmreihe in Kooperation mit dem City 46 und der Rosa-Luxemburg-Initiative. Im Anschluss an die Filme sprechen wir über derzeitige Entwicklungen rassistischer Anschläge bzw. rechten Terrors in Deutschland, den Umgang mit Gedenken und den Angehörigen sowie das Verhältnis von staatlichen Sicherheitsbehörden und Rechtsterrorismus/ Rassismus.

Der Kuaför aus der Keupstraße

Direkt vor dem Friseursalon von Özcan und Hasan Yildirim in der Kölner Keupstraße explodierte am 09. Juni 2004 eine Bombe gefüllt mit 800 Zimmermannsnägeln. Nur durch Zufall starb niemand. Erst viele Jahre später wurde der Anschlag dem NSU zugeordnet. Der Film konzentriert sich auf die Folgen für die Opfer und ihre Familien, gegen die jahrelang ermittelt wurde. Anhand der Verhörprotokolle und einer Rekonstruktion der Ermittlungen wird deutlich, wie institutioneller Rassismus in Ermittlungsbehörden rechten Terror stabilisiert und befördert. Die Betreiberin eines anderen Ladens in der Keupstraße formuliert das so: »Die Nagelbombe war aber nur die erste von zwei Bomben, die uns trafen, die andere, die größere war für uns, dass der Rechtsstaat versagt hat«.


D 2015, Regie: Andreas Maus, 97 Min., dt./türk. OmU
Gäste: Initiative Keupstraße ist überall, Kutlu Yurtseven, Ulf Aminde

Veranstalter: Kein Schlussstrich Bremen, City 46 – Kommunalkino Bremen e.V. BarrierefreiheitInformationen über die Barrierefreiheit erhalten Sie von dem Veranstalter. Kontakt
City46 E-Mail: info@city46.de Telefon: 0421 - 957 992 90