Gedenkprogramm: "27. Januar – Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus"

Der zweite Anschlag

27 Januar v3
Sowjetische Kriegsgefangene auf der Baustelle des Bunkers "Valentin", Foto: Johann Seubert, (c) LzpB
12.04.2021
20:00 Uhr
Veranstaltungsort: City 46
Birkenstraße 1
28195 Bremen

Extrem rechte Gewalt und rechter Terror in Deutschland haben bis heute Kontinuität und werden in Politik und der Mehrheitsgesellschaft verharmlost. Struktureller Rassismus und staatliche Verstrickungen werden verleugnet, Aufklärung wird teilweise aktiv blockiert. Wir denken dabei nicht nur an den NSU Komplex (Nationalsozialistischen Untergrund), der einen der verheerendsten rechten Mord- und Anschlagsserien in Deutschland seit dem zweiten Weltkrieg darstellt, sondern auch an Walter Lübke, Halle, Hanau, Neukölln, Syke und Bremen…

Die Namen der Täter*innen sind dabei oft Teil des kollektiven Gedächtnisses - nicht aber die Namen, Gesichter, Perspektiven und Geschichten der Opfer und ihrer Angehörigen. Um ihr Andenken zu würdigen und ihre Perspektiven in die Öffentlichkeit zu tragen veranstaltet das Bündnis Kein Schlussstrich von Januar bis März 2021 eine dreiteilige Filmreihe in Kooperation mit dem City 46 und der Rosa-Luxemburg-Initiative. Im Anschluss an die Filme sprechen wir über derzeitige Entwicklungen rassistischer Anschläge bzw. rechten Terrors in Deutschland, den Umgang mit Gedenken und den Angehörigen sowie das Verhältnis von staatlichen Sicherheitsbehörden und Rechtsterrorismus/ Rassismus.

Der zweite Anschlag

„Fragen wir uns selbst einmal, wie viele hier in diesem Raum denn die Betroffenen des NSU kennen." fragt Ibrahim Arslan. Nach rassistischen Gewalttaten in Deutschland stehen meistens die Täter*innen und nicht die Betroffenen im Interesse der Öffentlichkeit. Im Film wird versucht diesen Missstand aufzuheben und die Perspektive der Betroffenen in den Mittelpunkt gestellt. Osman Taşköprü erzählt von dem Mord an seinem Bruder Süleyman durch den NSU 2001.

Ibrahim Arslan und Mai Phương Kollath berichten als Betroffene von den rassistischen Brandanschlägen in Mölln und Rostock-Lichtenhagen 1992. Gemeinsam mit vielen weiteren von rassistischer Gewalt Betroffenen bilden sie ein Netzwerk und kämpfen für eine lückenlose Aufklärung.

Bei rassistischen Anschlägen konzentrieren sich die Medien meistens auf die
Täter:innen. Der Film gibt endlich den Opfern und ihrem Kampf nach Gerechtigkeit
Raum.


D 2018 Mala Reinhardt, 62 Min., dt./türk. OmU
Gast: Ferat Kocak (Betroffener des rechten Terrors in Neukölln, Initiative Basta)

Veranstalter: Kein Schlussstrich Bremen , City 46 – Kommunalkino Bremen e.V. , Rosa-Luxemburg-Initiative BarrierefreiheitInformationen über die Barrierefreiheit erhalten Sie von dem Veranstalter.