Gedenkprogramm: "27. Januar – Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus"

"Die Heimat, der Krieg und der Goldene Westen" - und die Gegenwart

27 Januar v3
Sowjetische Kriegsgefangene auf der Baustelle des Bunkers "Valentin", Foto: Johann Seubert, (c) LzpB
10.06.2021
19:00 Uhr
Referent:in Wolfgang Bittner Veranstaltungsort: Wilhelm-Kaisen-Oberschule
Valckenburghstraße 1-3
28201 Bremen

1943 ist der Krieg in Oberschlesien, dem Industriegebiet Ostdeutschlands, noch weit weg. Die Mutter fährt mit dem Kind aufs Land, wo es Hirschbraten, Kaffee und Kuchen gibt. Im Volksempfänger spricht Adolf Hitler von Siegen. Doch immer öfter heißt es: "... für Führer, Volk und Vaterland gefallen." In der Nachbarschaft werden die jüdischen Familien abgeholt, man muss sich vorsehen, es soll Konzentrationslager geben. Dann werden aus Siegen Niederlagen, und im Westen versinken die Städte im Bombenhagel. Vor der Gastwirtschaft des Großvaters schlagen sich Grubenarbeiter mit SA-Männern. Die Front rückt immer näher, und mit ihr kommt die Hölle des Krieges. Im März 1945 übernimmt Polen die Verwaltung der deutschen Ostgebiete, und es folgt ein Exodus von Millionen, darunter die Mutter und das Kind. Als sie halb verhungert in einer Kleinstadt in Norddeutschland ankommen, liegt der Vater schwer verwundet in einem Lazarett. Hunger und die furchtbare Kälte im Steckrübenwinter 1946, danach ein jahrelanger Aufenthalt im Barackenlager. Aber die Mutter gibt nicht auf. In der provisorischen Wohnküche arrangiert sie einen "Salon", in dem kontrovers debattiert wird. Es ist die Zeit der Währungsreform mit der Teilung Deutschlands. Konrad Adenauer - von den Alliierten unterstützt - wird mit einer Stimme Mehrheit Bundeskanzler. Der Kalte Krieg beginnt, und die Weichen werden für das gestellt, was bis heute wirksam ist. Der Familie gelingt in den 1950er-Jahren, im "deutschen Wirtschaftswunder", allmählich der Neuanfang.

Wolfgang Bittner stellt seinen gleichnamigen Roman vor. Er spricht über das Ende des Zweiten Weltkrieges, die „Entnazifizierung“, den Mythos „Goldener Westen“ und wie aus der Entspannungspolitik der 90er Jahre erneut ein Konflikt mit Russland entstehen konnte.

Teilnahmegebühr: kostenfrei Tickets: Anmeldungen über den Veranstalter Veranstalter: Deutsch_Russische Friedens_Tage Bremen e. V , DENKORTE Initiative Neustadt , Wilhelm-Kaisen-Oberschule BarrierefreiheitInformationen über die Barrierefreiheit erhalten Sie von dem Veranstalter. Kontakt
Deutsch_Russische Friedens_Tage Bremen e. V E-Mail: info@deutsch-russische-friedenstage.de Tel. 0421 5209761