Gedenkprogramm 27. Januar

Die (Un-)Mittelbarkeit der Erinnerung: Gedenkarbeit zwischen historischer Distanz und dringlicher Nähe

Logo 27 Januar
Eine Veranstaltung im Rahmen des Gedenkprogramms zum 27. Januar
27.01.2026
16:00 Uhr
Referent:in Dr. Veronika Hager Veranstaltungsort: Universität Bremen
Kleiner Hörsaal, HS 1010
28359 Bremen

Vortrag von Dr. Veronika Hager, Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft.

Acht Jahrzehnte nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz geht die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen immer stärker vom kommunikativen ins kulturelle Gedächtnis über. Geht hiermit eine unvermeidliche Historisierung einher – und wenn ja, was bedeutet das?

Das unmittelbare Gespräch mit Zeitzeug:innen ist für immer weniger Menschen möglich. Gleichzeitig steigt die Bedeutung archivierter Zeitzeugnisse, historischer Tatorte, baulicher und materieller Quellen in der Vermittlung des NS-Unrechts. An diese Zeugnisse werden teils große Ansprüche von Authentizität gestellt, während VR-Anwendungen eine erlebbare Nähe von Vergangenheit austesten und KI den Umgang mit historischen Fakten auf die Probe stellt.

Gleichzeitig wird Geschichte in starkem Maße politisch instrumentalisiert. Geschichtsrevisionistische Erzählungen dringen immer weiter in den Mainstream ein, sicher geglaubte Konsensus geraten ins Wanken.

Veronika Hager gibt Einblicke in ein Feld unter Druck und diskutiert die Fragen: Wie fern, wie nah ist uns die nationalsozialistische Vergangenheit heute? Und wie nahe lassen wir sie an uns heran? Was zeichnet eine kritische Gedenkpraxis in der Gegenwart aus, und was kann sie bewirken?

 

 

Teilnahmegebühr: Kostenfrei Veranstalter: Universität Bremen BarrierefreiheitInformationen zur Barrierefreiheit erhalten Sie beim Veranstalter Kontakt
Universität Bremen E-Mail: marica.tomiak@vw.uni-bremen.de