Europa

Feministische Proteste in Polen

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Online-Veranstaltung, Symbolbild © Sam McGhee, unsplash
11.05.2021
18:00 Uhr
Referent:in Maria Anna Owczarz, Urszula Bertin, Terry Reintke, Piotr Kocyba, Moderation: Magda Wlostowska Veranstaltungsort: Internetveranstaltung
Online

Seit der Verschärfung des polnischen Abtreibungsrechts im Herbst 2020 durch ein Verfassungsgerichtsurteil haben fast eine halbe Millionen Pol:innen dagegen demonstriert. Kein anderes Thema hat in den vergangenen Jahren so viele Menschen in Polen auf die Straße gebracht. Bereits 2016 starteten die dezentral von feministischen Netzwerken organisierten Proteste. Das besondere ist, dass auch Kleinstädte und der ländliche Raum aktiv dabei sind. Es geht den Protestierenden jedoch nicht um das körperliche Selbstbestimmungsrecht allein, sondern auch um viele damit verbundene Themen: Die Unabhängigkeit der Justiz, freie Medien, der Einfluss der Kirche, die Gesundheitsversorgung, Bildungspolitik und Diskriminierung von LGBTQIA*-Personen. Trotz landes- und europaweiten Wellen der Solidarität bleibt die Lage für ungewollt Schwangere in Polen prekär. Häufig ist die einzige Möglichkeit, einen legalen Schwangerschaftsabbruch durchführen zu lassen, dies mit Unterstützung von Aktivist:innen in europäischen Nachbarländern zu tun.

Was ist das besondere an den Protesten in Polen? Welche weiteren Auswirkungen hat die Pandemie auf das körperliche Selbstbestimmungsrecht in Polen? Und wie ist das Verhältnis von Frauenrechten und Rechtsstaatlichkeit in Polen zu bewerten, nachdem im März 2021 die EU-Kommission eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof zur Justizreform in Polen angekündigt hat? 

Diese und weiteren Fragen möchten wir im Gespräch vertiefen mit Vertreter:innen des feministischen Kollektivs Ciocia Basia (dt. „Tante Barbara“) aus Berlin, dem Politikwissenschaftler Dr. Piotr Kocyba von der Technischen Universität Chemnitz sowie der Europaabgeordneten Terry Reintke (Fraktion Die Grünen/EFA), die im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres u.a. zum Bericht über die Rechtsstaatlichkeit in Polen gearbeitet hat. Es moderiert Magda Wlostowska von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen.

Bitte registrieren Sie sich unter:
https://zoom.us/webinar/register/WN_EqS0CxsoSmidh-dsCHXt7g 
In der Q&A Chatfunktion haben Sie die Möglichkeit, Fragen an die Referent:innen zu stellen. Auf dem Podium diskutieren:

Maria Anna Owczarz ist eine polnische Aktivistin. Sie lebt seit 2015 in Berlin und studiert an der Humboldt-Universität. Seit 2018 engagiert sie sich bei Ciocia Basia, einer Organisation, die ungewollt Schwangeren einen legalen Schwangerschaftsabbruch ermöglicht.

Urszula Bertin ist seit 2016 bei Ciocia Basia aktiv, außerdem engagiert sie sich bei dem feministischen Kollektiv Dziewuchy Berlin.

Terry Reintke ist stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Grüne/EFA im Europäischen Parlament und Schattenberichterstatterin für den Bericht über die Rechtsstaatlichkeit in Polen im federführenden Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE). Sie ist Co-Präsidentin der LGBTI Intergroup im Europäischen Parlament und wurde u.a. 2017 als „Silence Breaker“ vom TIME Magazine zur Person des Jahres gewählt für ihr Engagement gegen sexuellen Missbrauch und Belästigung. Terry Reintke studierte Politikwissenschaft in Berlin und Edinburgh.

Piotr Kocyba ist Leiter des Projekts „Zivilgesellschaftlicher Aufruhr in Polen“, weshalb er bereits mehrfach Teilnehmer:innen feministischer Proteste in Warschau befragen konnte. Zudem ist er Ko-Leiter eines Forschungsprojekts über feministischen Aktivismus in Kleinstädten in Polen und den neuen Bundesländern im Vergleich.

 

Teilnahmegebühr: kostenfrei Anmeldung: https://zoom.us/webinar/register/WN_EqS0CxsoSmidh-dsCHXt7g Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung Bremen, Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, EuropaPunktBremen Kontakt
Lena Prötzel E-Mail: lena.proetzel@lzpb.bremen.de Telefon: 0471 941-4197