„Ich habe daher das Verfahren eingestellt“ - Wer war für den Tod von Theo Roodvoets und Tjark Kremer verantwortlich?

Theo Roodvoets im Garten
(c) Privatarchiv Thea Roodvoets
09.02.2021
19:30 Uhr
Veranstaltungsort: Internetveranstaltung
Online

Die Veranstaltung beginnt um 19.30, ab 19 Uhr können Sie den Zoom-Raum (auch ohne vorinstallierte App) über diesen Link betreten (Meeting-ID: 860 3524 7272, Kenncode: 449645).

Der junge Niederländer Theo Roodvoets, damals 26 Jahre alt, wird im Januar 1944 in Spjik vom Sicherheitsdienst verhaftet und in das Arbeits- und Erziehungslager Bremen-Farge beim U-Boot Bunker "Valentin" gebracht. Wenige Woche später ist Roodvoets tot, er stirbt an Misshandlungen und physischer Erschöpfung.
Theos Bruder Adriaan Roodvoets, durch seine Aktivitäten im Widerstand gegen die deutsche Besatzung körperlich schwer behindert, stellt nach dem Krieg sofort Fragen: Wer hat Theo ermordet? Beim Roten Kreuz erkundigt er sich nach der Möglichkeit, Lagerkommandant Karl Walhorn oder die Lager-Kapos vor Gericht zu bringen – vergeblich. 1948 wird Walhorn von einem britischen Militärgericht zu vier Jahren Haft verurteilt, aber nicht wegen des Mordes an Theo.
1961 wendet sich Adriaan Roodvoets schließlich an den Bundesjustizminister Fritz Schäffer, und bittet ihn um Auskunft, ob Walhorn für die Ermordung seines Bruders bestraft worden sei. Ein Jahr später erhält er das ein Schreiben des Ersten Bremer Staatsanwalts Dr. Siegfried Höffler, 1939/40 am Sondergericht Rzeszów in Polen tätig: Die Ermittlungen gegen Walhorn habe er eingestellt, der Lagerkommandant sei nicht verantwortlich.
Basierend auf in Archiven gefundenen Originaldokumenten und dem Privatarchiv Thea Roodvoets, der Nichte von Theo Roodvoets, wird dieses prototypische Kapitel der Bremer Nachkriegsjustiz mit Schauspieler:innen der bremer shakespeare company zu Gehör gebracht. Nach der Lesung ist ein Gespräch mit Thea Roodvoets geplant.

Veranstalter: Aus den Akten auf die Bühne, bremer shakespeare company BarrierefreiheitInformationen über die Barrierefreiheit erhalten Sie von dem Veranstalter.