1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

„Ich hatte einst ein schönes Vaterland ...“

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14.11.2021
17:00 Uhr
Referent:in Roman Knižka, Ensemble OPUS 45 Veranstaltungsort: Denkort Bunker Valentin
Rekumer Siel
28777 Bremen

Ein literarischer Kammermusikabend mit Roman Knižka und dem Ensemble OPUS 45

Rezitation: Roman Knižka
Musik: Bläserquintett OPUS 45

Texte u.a. von Moses Mendelssohn, Rahel Levin Varnhagen, Heinrich Heine, Ludwig Börne, Else Dormitzer und Mascha Kaléko

Musik u.a. von Felix Mendelssohn Bartholdy, Alexander Zemlinsky, Jacques Ibert, Denès Agay, Pavel Haas, György Ligeti – gespielt vom Bläserquintett OPUS 45

Dauer des Konzertes: ca. 90 Minuten (mit Pause ca. 110 Minuten)

 

Inhalt

Vor 1700 Jahren begann die jüdische Gemeinschaft nachweislich damit, auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands ihre Heimat zu suchen. Das Jahr 321, aus dem die älteste überlieferte Urkunde einer jüdischen Ansiedlung in Köln stammt, ist der historisch belegte Beginn einer komplexen und wechselvollen jüdisch-deutschen Beziehung, geprägt von Zeiten der Blüte, aber auch von Hass und Gewalt.

Von Beginn an prägten Juden die deutsche Geschichte. Im 18. Jahrhundert wurde ein besonders bedeutsames Kapitel jüdisch-deutscher Historie aufgeschlagen: Der vierzehnjährige Moshe ben Mendel wanderte im Herbst 1743 von seiner Heimatstadt Dessau nach Berlin. Innerhalb weniger Jahre wurde aus dem streng orthodox lebenden Juden einer der bedeutendsten Philosophen der Aufklärung, dem sein Freund Gotthold Ephraim Lessing im Versdrama „Nathan der Weise“ ein Denkmal setzte. Lange Zeit galt die Ankunft Moses Mendelssohns in Berlin als Beginn einer glanzvollen „deutsch-jüdischen Epoche“. Auch wenn dieser Begriff verklärend und nach Meinung vieler sogar grundlegend falsch ist, so ist doch unbestreitbar, dass jüdische Frauen und Männer in den kommenden 200 Jahren nahezu alle Bereiche deutscher Kultur prägten, bis das nationalsozialistische Regime dem auf furchtbare Weise ein Ende setzte.

„Ich hatte einst ein schönes Vaterland“ – mit diesem Zitat Heinrich Heines beginnt das Gedicht „Im Exil“ von Mascha Kaléko, das im Jahr 1943 veröffentlicht wurde. Die jüdische Dichterin, die 1938 vor den Nationalsozialisten in die USA floh, thematisierte in diesem wie in vielen anderen Werken ihr Heimweh nach Deutschland. Sie ist gemeinsam mit ihrem Geistesverwandten Heinrich Heine die Namensgeberin eines literarischen Kammermusikabends, der das Jubiläum 321 – 2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland zum Anlass nimmt, einen Ausschnitt der überaus reichen und vielfältigen jüdisch-deutschen Kulturgeschichte darzustellen.

Der einem Millionenpublikum bekannte Film- und Theaterschauspieler Roman Knižka liest aus Texten jüdischer Autorinnen und Autoren deutscher Sprache, darunter u.a. Moses Mendelssohn, Rahel Levin Varnhagen, Heinrich Heine, Ludwig Börne, Else Dormitzer und Mascha Kaléko. Neben den literarischen Werken stehen zudem autobiographische Texte von in der Öffentlichkeit unbekannten deutschen Juden aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Diese Berichte aus dem Alltagsleben zeigen Glanz und Elend der jüdischen Emanzipation, die nicht selten mit einem als schmerzlich empfundenen Identitätsverlust einherging. Sie veranschaulichen die faszinierende Vielfalt jüdischen Lebens auf deutschem Boden und berichten von der Entrechtung, Vertreibung und Vernichtung deutscher Juden unter dem NS-Regime.

Am Ende des Programms erfolgt ein Sprung in die Gegenwart. Wie gestaltet sich heute, 75 Jahre nach dem Holocaust, jüdisches Leben in Deutschland …?

Den musikalischen Teil des Abends bilden Werke jüdischer Komponisten. Das Bläserquintett OPUS 45 spielt bedeutende Werke der Bläserquintettliteratur von Felix Mendelssohn Bartholdy, Alexander Zemlinsky, Jacques Ibert, Denès Agay, Pavel Haas und György Ligeti.

 

Weitere Informationen:

Der Eintritt zum literarischen Kammermusikabend ist kostenfrei. Die Anmeldung erfolgt über das untenstehende Formular.

Im Inneren des Bunkers ist es kühl. Bitte denken Sie an warme Kleidung!

"Ich hatte einst ein schönes Vaterland ..." ist eine Konzertreihe im Rahmen des Festjahres "#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland". Das Konzert am Denkort Bunker Valentin wird von der Landeszentrale für politische Bildung Bremen und dem Verein "Erinnern für die Zukunft e.V." in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Bremen veranstaltet.

 

Teilnahmegebühr: kostenlos Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung Bremen, Erinnern für die Zukunft e.V. Kooperationspartner: Jüdische Gemeinde Bremen BarrierefreiheitDie Veranstaltung ist barrierefrei zugänglich. Kontakt
Tobias Peters E-Mail: tobias.peters@lzpb.bremen.de Telefon: 0421 361 2098

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