Geschichte und Erinnerung Kultur / Medien

Live und direkt – Nachrichten aus dem Untergang

der Sturz
© Dmitry Borko (CC BY-SA 4.0), Der Sturz des Feliks Dzierżyński-Denkmals vor der KGB-Zentrale auf der Lubjanka, Moskau, 22. August 1991
11.11.2021
18:00 Uhr
Referent:in Katja Gloger, Elfie Siegl, Uwe Peter, Susanne Schattenberg Veranstaltungsort: Online-Veranstaltung

Wie kann über Ereignisse berichtet werden, für die es keine Begriffe und keine historischen Vorbilder gibt? Vor diese Frage sahen sich Korrespondent*innen in Moskau gestellt, als es im Sommer 1991 zügig mit der Sowjetunion zu Ende ging.

Über die UdSSR zu berichten, war an sich schon schwierig genug. Akkreditierte Journalist*innen lebten in Moskau, durften sich offiziell frei bewegen – und waren doch auf besondere Art gefangen. Untergebracht in Wohnungen und Häusern, die nur für Ausländer*innen bestimmt waren, mussten sie aus den offiziellen Informationskanälen die größere Wahrheit der Ereignisse herauslesen. Zuhause warteten ein Publikum und eine Redaktion, die wiederum eigene Vorstellungen vom Realsozialismus hatten und die bedient werden mussten.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Kpax [krach] 1991. Der Zerfall der Sowjetunion und seine Folgen" werden drei Korrespondent*innen über ihre Erfahrungen aus dieser Zeit berichten. Elfie Siegl berichtete zunächst für RIAS Berlin aus Moskau, Katja Gloger schrieb für den Stern und Uwe Peter hatte bereits sechs Jahre für die Tribüne in Ost-Berlin gearbeitet, bevor er den Umzug in die sowjetische Hauptstadt machte, um von dort zu informieren. Alle drei waren, als sie in Moskau ankamen, um die dreißig Jahre alt, fertig ausgebildet und hatten darüber hinaus schon einige Berufserfahrung gesammelt. Doch während Elfie Siegl und Katja Gloger für westdeutsche Medien berichteten, schrieb Uwe Peter für eine Tageszeitung der DDR. Wie unterschied sich der berufliche Alltag von Journalist*innen aus dem sozialistischen Bruderland einerseits und dem kapitalistischen Westen andererseits? Wie konnte und sollte über den Zusammenbruch der Sowjetunion für diese spezifischen Leser*innenschaften berichtet werden? War der Fall der Berliner Mauer, der für sie besondere berufliche Konsequenzen mit sich gebracht hatte, auch schon eine Vorbereitung auf den monumentalen Umbruch zwei Jahre danach?

Gespräch mit anschließender Diskussion.
Moderation: Susanne Schattenberg

 

Teilnahmegebühr: kostenfrei Anmeldung: über diesen Link direkt zur Onlineveranstaltung Veranstalter: Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen Kooperationspartner: EuropaPunktBremen Kontakt
Forschungsstelle Osteuropa, Universität Bremen E-Mail: fso@uni-bremen.de Telefon: 0421/218-69600