„Mit dem Rennrad in die Vergangenheit: Jüdische Intellektuelle auf den Spuren ihrer Identität und die Wiederentdeckung der Schtetl in der späten Sowjetunion“
Buchvorstellung von Ulrike Huhn: Zwischen Ausreisebewegung und Akademie. Judaistik in der späten Sowjetunion, Göttingen 2025.
Junge jüdische Intellektuelle aus Leningrad begannen Anfang der 1980er-Jahre, auf den Spuren ihrer Vorfahren die durch den Holocaust verwaisten früheren Schtetl – den Orten mit vormals hohem jüdischem Bevölkerungsanteil – in der Ukraine, Belarus und im Baltikum zu bereisen. Mit einem wachsenden professionellen Anspruch erkundeten sie deren Geschichte, interviewten Holocaust-Überlebende und dokumentierten das materielle Erbe wie Friedhöfe und Synagogen. Das Buch beleuchtet erste Aufbrüche und die Neuformierung jüdischer Studien am Ende der Sowjetunion, die in Leningrad bereits 1989 in die Gründung einer Jüdischen Universität mündeten.
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