Shifting Grounds: Der Streit um die Erinnerung
Die Nachricht, dass Donald Trump Ausstellungen berühmter Museen auf unbequeme Darstellungen der US-Geschichte überprüfen lassen will, sorgte kürzlich für Schlagzeilen. Doch auch in Europa ist der Kampf um historische Deutungshoheit nichts Neues: 2017 geriet Paweł Machcewicz, Gründungsdirektor des Museums des Zweiten Weltkriegs in Gdánsk, mit der PiS-Regierung aneinander – er wurde entlassen, das Museum umgestaltet. In seinem Vortrag schildert Machcewicz die Ereignisse und diskutiert mit Edward Tepporn, Direktor des Angel Island Museums in San Francisco.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Vortragsreihe "Shifting Grounds" im Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven statt. Das Museum reagiert damit auf die Herausforderungen unserer Zeit: Globale Krisen und technologische Transformationen stellen viele Gewissheiten in Frage und verändern Kultur, Umwelt, unser Zusammenleben – vielleicht sogar uns selbst. Als Antwort darauf entstehen alternative Zukunftsentwürfe – etwa die Vision der Space Migration, die die aktuelle Sonderausstellung "Verlockung Weltall" präsentiert. Mit der Reihe "Shifting Grounds" bringt das Museum prominente wie auch überraschende Beispiele aus Vergangenheit und Gegenwart zusammen und zeigt, wie sich Kunst und Kultur in Zeiten des Wandels behaupten.