Gedenkprogramm: "27. Januar – Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus"

Spuren – Die Opfer des NSU

27 Januar v3
Sowjetische Kriegsgefangene auf der Baustelle des Bunkers "Valentin", Foto: Johann Seubert, (c) LzpB
07.06.2021
20:00 Uhr
Veranstaltungsort: City 46
Birkenstraße 1
28195 Bremen

Extrem rechte Gewalt und rechter Terror in Deutschland haben bis heute Kontinuität und werden in Politik und der Mehrheitsgesellschaft verharmlost. Struktureller Rassismus und staatliche Verstrickungen werden verleugnet, Aufklärung wird teilweise aktiv blockiert. Wir denken dabei nicht nur an den NSU Komplex (Nationalsozialistischen Untergrund), der einen der verheerendsten rechten Mord- und Anschlagsserien in Deutschland seit dem zweiten Weltkrieg darstellt, sondern auch an Walter Lübke, Halle, Hanau, Neukölln, Syke und Bremen…

Die Namen der Täter*innen sind dabei oft Teil des kollektiven Gedächtnisses - nicht aber die Namen, Gesichter, Perspektiven und Geschichten der Opfer und ihrer Angehörigen. Um ihr Andenken zu würdigen und ihre Perspektiven in die Öffentlichkeit zu tragen veranstaltet das Bündnis Kein Schlussstrich von Januar bis März 2021 eine dreiteilige Filmreihe in Kooperation mit dem City 46 und der Rosa-Luxemburg-Initiative. Im Anschluss an die Filme sprechen wir über derzeitige Entwicklungen rassistischer Anschläge bzw. rechten Terrors in Deutschland, den Umgang mit Gedenken und den Angehörigen sowie das Verhältnis von staatlichen Sicherheitsbehörden und Rechtsterrorismus/ Rassismus.

Spuren – Die Opfer des NSU

Eine Mehrheit der deutschen Gesellschaft hat mit dem NSU abgeschlossen und ist dabei, ihn zu vergessen, aber der rassistische Terrorismus hinterlässt Spuren. Bei den Überlebenden, den Hinterbliebenen, den von Rassismus betroffenen Gemeinschaften und in der weißen Mehrheitsgesellschaft, aus der die Taten begangen werden. In ihrem Film “Spuren” folgt die Regisseurin Aysun Bademsoy den Spuren des rechten Terrors und gibt den Hinterbliebenen der NSU-Opfer die Hauptrollen. Sie berichten von der Gewalt des Terrors, von dem Terror der rassistischen Ermittlungen, von der Erleichterung nach der NSU-Selbstenttarnung und von der Enttäuschung über die anschließend nicht geleistete Aufklärung. Sie geben einen Einblick in ihr Leben nach und mit dem rassistischen Terror und eröffnen so eine Perspektive, die im deutschen Umgang mit Rechtsterrorismus und Rassismus häufig aktiv ausgeblendet wird.


D 2019, Regie: Aysun Bademsoy, 81 Min., DF
Gäste: Initiative 19. Februar Hanau

Veranstalter: Kein Schlussstrich Bremen, City 46 – Kommunalkino Bremen e.V., Rosa-Luxemburg-Initiative BarrierefreiheitInformationen über die Barrierefreiheit erhalten Sie von dem Veranstalter.