Gedenkprogramm: "27. Januar – Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus"

Verbrechen und Vergessen - sowjetische Kriegsgefangene in Kriegs- und Erinnerungspolitik

27 Januar v3
Sowjetische Kriegsgefangene auf der Baustelle des Bunkers "Valentin", Foto: Johann Seubert, (c) LzpB
25.03.2021
18:00 Uhr
Referent:in Dr. Esther Maier und PD Dr. Andreas Hilger Veranstaltungsort: Internetveranstaltung
Online

 

Ein Vortrag von Dr. Esther Maier und PD Dr. Andreas Hilger (Deutsches Historisches Institut Moskau).

Der Vortrag findet online statt.
Bitte nutzen Sie folgenden Link, um an der Veranstaltung teilzunehmen:
https://uni-bremen.zoom.us/j/97361799932?pwd=Vi9XUFdSbU9UUEkyQ2I3cmtxWXlIZz09

Meeting-ID: 973 6179 9932
Kenncode: 240168

Der deutsche Umgang mit den sowjetischen Kriegsgefangenen zählt zu den größten Verbrechen des Zweiten Weltkriegs. Im Zuge des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion gerieten weit über fünf Millionen sowjetische Soldaten und Offiziere in deutsche Kriegsgefangenschaft. Mehr als drei Millionen starben an den unmenschlichen Bedingungen der Gefangenschaft oder wurden ermordet.

In Deutschland – sowohl in Ost wie auch in West - haben die sowjetischen Kriegsgefangenen viele Jahrzehnte keine angemessene erinnerungskulturelle Würdigung erfahren. Erst siebzig Jahre nach Kriegsende beschloss der Deutsche Bundestag im Mai 2015 eine sogenannte Anerkennungszahlung für die letzten Überlebenden.
In der Sowjetunion wiederum waren die Kriegsgefangenen mit dem kollektiven Vorwurf des Verrats konfrontiert. Diejenigen, die die Lager der Wehrmacht überlebt hatten, wurden überprüft, teilweise Zwangsmaßnahmen unterzogen und gesellschaftlich stigmatisiert. In der Erinnerungsgemeinschaft an den „Großen Vaterländischen Krieg“ war für sie kein Platz.

Im Klima des Kalten Krieges blieben die sowjetischen Kriegsgefangenen in Ost und West ohne wortstarke Fürsprecher. Von vielen sowjetischen Kriegsgefangenen sind bis heute selbst die Namen nicht bekannt.
Anlässlich des 75. Jahrestags des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion haben die Außenminister Russlands und Deutschlands, Sergej Lavrov und Frank-Walter Steinmeier, das deutsch-russische Gemeinschaftsprojekt „Sowjetische und deutsche Kriegsgefangene und Internierte“ ins Leben gerufen. Ziel des Projekts ist es, die Schicksale aller sowjetischer Kriegsgefangener zu klären. Das Deutsche Historische Institut Moskau sichtet im Rahmen dieses Projekts Dokumente zu sowjetischen Kriegsgefangenen in russischen, deutschen und internationalen Archiven.

PD Dr. Andreas Hilger und Dr. Esther Meier vom Deutschen Historischen Institut in Moskau bieten einen historischen Überblick zu Krieg und Erinnerung aus deutscher sowie sowjetischer bzw. russischer Perspektive. Dabei geben sie Einblick in die deutsch-russische Zusammenarbeit zur Aufarbeitung eines lange vergessenen Kapitels.

Teilnahmegebühr: kostenfrei Veranstalter: Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen Barrierefreiheitbarrierefrei