Was haben Kolonialismus und Nationalsozialismus miteinander zu tun?

Antikolonialdenkmal HB2013
Foto: "Matthias Süßen (talk) - Eigenes Werk" // CC-BY-SA 3.0
18.03.2021
18:00 Uhr
Referent:in Dr. Susann Lewerenz Veranstaltungsort: Internetveranstaltung
Online

Zum Verhältnis von Rassismen und Antisemitismus im NS-Kolonialdiskurs.

Am Fuß des Bremer "Kolonialelefanten" trat 1937 die "Deutsche Afrika-Schau" auf: eine rassistische "Völkerschau", die den kolonialpropagandistischen Interessen des NS-Regimes diente. Anhand dieses und weiterer Beispiele analysiert Dr. Susann Lewerenz das Verhältnis von Rassismen und Antisemitismus im Nationalsozialismus.

Die Verbindungslinien zwischen dem deutschen Kolonialismus und der NS-Ideologie werden zunehmend auch in einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen und diskutiert. Die Kontinuitäten sind offensichtlich: Deutschlands „Platz an der Sonne“ basierte ebenso wie die Eroberung des „Lebensraums im Osten“ auf einer Ideologie des „Herrenmenschentums“, modern ausgedrückt: einer behaupteten white supremecy. Allerdings lohnt es sich auch, genauer hinzugucken.

Welche Rolle spielten koloniale und rassistische Denk- und Deutungsmuster im Nationalsozialismus, in wel­chem Verhältnis stehen sie zum national­sozialistischen Antisemitismus? Ein anschauliches Beispiel ist die "Deutsche Afrika-Schau", die 1937 am Fuß des Bremer "Kolonialelefanten" aufgeführt wurde: Eine "Völkerschau", in der durch rassistische Ausgrenzung arbeitslos gewordene Schwarze Menschen ihren Lebensunterhalt verdienten und die sowohl "rassenpolitischen" als auch kolonialpropagandistischen Interessen des NS-Regimes diente.

Ausgehend von der "Deutschen Afrika-Schau" und weiteren Beispielen wollen wir die Aktuali­sierungen kolonialrassistischer Denk- und Deutungsmuster in NS-Kolonialdiskursen herausarbeiten und haben dafür die Hamburger Historikerin Dr. Susann Lewerenz eingeladen. Im Input der Historikerin wird es weniger um die Frage nach Kontinuitäten von kolonialer genozidaler Gewalt zum Holocaust gehen, auf die Debatten um Verflechtungen zwischen kolonialen Rassismen und Antisemitismus oft gefluchtet werden – sondern um die Verknüpfungen der koloni­alrassistischer Denk- und Deutungsmuster mit dem national­sozialistischen Antisemitismus.

Über diesen Zoom-Link können Sie an der Veranstaltung teilnehmen.

Teilnahmegebühr: kostenfrei Veranstalter: Heinrich Böll-Stiftung Bremen BarrierefreiheitInformationen über die Barrierefreiheit erhalten Sie von dem Veranstalter. Kontakt
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