Gedenkprogramm 27. Januar

Wirkung und Erkenntnisgewinn?

27. Januar web
"Fürsorgeanstalt Hashude". Foto: Staatsarchiv Bremen
04.02.2022
18:00 Uhr
Referent:in Annette Ramelsberger Veranstaltungsort: Internetveranstaltung
Online

Die juristische Aufarbeitung und Ahndung rechten Terrors hat immer auch eine politische Wirkungsgeschichte – im Guten wie im Schlechten. Urteile können wichtige gesellschaftliche Signalwirkungen entfalten; die Prozesse selbst erlauben, in allen Teilen des Gerichtssaals, seltene psychosoziale Einblicke. Für große völkerrechtsbasierte Verfahren gilt das ebenso wie für äußerlich wenig spektakuläre Provinz-Prozesse.

Während Ronen Steinke im Rahmen des Programms zum 27.1. die Bedeutung der Nürnberger Prozesse für die Entwicklung der internationalen Strafgerichtsbarkeit und die Verfolgung von Kriegsverbrechen analysiert, berichtet Annette Ramelsberger von ihren Erfahrungen u.a. mit dem NSU-Prozess, der vielfach als völlig ungenügende Aufarbeitung und vertane Chance beurteilt wird.

Annette Ramelsberger, leitende Redakteurin bei der „Süddeutschen Zeitung“, berichtet seit Jahrzehnten über politisch kontextualisierte Strafgerichtsprozesse. Für ihre Berichterstattung über den NSU-Prozess wurde sie 2014 zur Journalistin des Jahres gewählt sowie mit dem Henri Nannen Preis ausgezeichnet. Sie recherchierte bereits intensiv zum Attentat auf das Oktoberfest 1980, begleitete die Rechtsradikalen-Prozessen in den ostdeutschen Bundesländern bis hin zu Halle – schon zu DDR-Zeiten war sie dort akkreditiert.

Ramelsberger, die Politik, Jura und Journalistik studierte, begleitete auch den Prozess über den fehlgeschlagenen Brandanschlag im niedersächsischen Salzhemmendorf, der tiefgehende gesellschaftliche Einblicke ermöglichte. Über diese vielfältigen Erfahrungen in Prozessen gegen rechts wollen wir mit Annette Ramelsberger sprechen und über deren juristische, gesellschaftliche und politische Relevanz diskutieren.

Zugang zum Zoom-Meeting finden Sie: hier.

Es ist keine Anmeldung nötig, über den Link ist die Teilnahme mit der Zoom-App oder über den Internetbrowser möglich.

Teilnahmegebühr: Kostenlos Veranstalter: Heinrich Böll-Stiftung Bremen Kontakt
Heinrich Böll-Stiftung Bremen E-Mail: kontakt@boell-bremen.de