Geschichte und Erinnerung

1948 exhumiert, 2021/22 ausgegraben – Der Friedhof der sowjetischen
Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter:innen in Bremen-Oslebshausen

Die Vortragenden sind Prof. Dr. Uta Halle, Professorin für Ur- und Frühgeschichte an der Universität Bremen, Landesarchäologin für das Bundesland Bremen und Leiterin der Abteilung Archäologie im Focke Museum und Cathrin Hähn M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin für das Projekt.

Die Landesarchäologie Bremen untersuchte in den Jahren 2021/22 einen exhumierten Friedhof, auf dem zwischen 1941 und 1945 eine unbekannte Anzahl sowjetischer Kriegsgefangener bestattet wurden. Die Exhumierung erfolgte 1948 und über 440 Tote wurden als unbekannte Soldaten auf den Ehrenfriedhof umgebettet. Bei der Ausgrabung wurden über 60 vollständige Skelette und unzählige bei der Exhumierung zurückgebliebene sterbliche Überreste geborgen. Von besonderer Bedeutung sind u.a. die Funde von über 200 Erkennungsmarken der sowjetischen Kriegsgefangenen. Mit ihnen ist es möglich zahlreichen Opfern ihre Identität zurückzugeben. Die Ausgrabung hat ein starkes öffentliches Interesse und ein mediales Echo weit über Bremen hinaus gefunden. Diese Ausgrabung ist Teil der Archäologie der Moderne, die seit einigen Jahren vorrangig Plätze der Gewaltherrschaft der NS-Zeit untersucht. Es ist allerdings bundesweit erstmals ein bereits exhumierter Friedhof mit Methoden der Archäologie untersucht worden. Der Vortrag stellt die ersten Ergebnisse dieser Ausgrabung und der sich anschließenden wissenschaftlichen Bearbeitung vor.

Teilnahmegebühr: Kostenfrei Veranstalter: Internationale Friedensschule Bremen im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus BarrierefreiheitInformationen zur Barrierefreiheit erhalten Sie beim Veranstalter Kontakt
Internationale Friedensschule Bremen E-Mail: karsten.ellebrecht@googlemail.com